AUX 2036 – Der Businessplan für die Stadt

Einleitung

Augsburg steht – wie Städte weltweit – inmitten tiefgreifender Umbrüche. Vieles, was gestern noch selbstverständlich war, trägt heute nicht mehr. Globale Lieferketten verschieben sich, technologische Zyklen verkürzen sich dramatisch, Energie- und Klimafragen werden zu zentralen Standortfaktoren, und Arbeitsmärkte verändern sich schneller als je zuvor. Wirtschaftliche Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand entstehen nicht länger aus gewohnten Routinen, sondern aus der Fähigkeit, sich aktiv an Wandel und Transformation anzupassen.

AUX 2036 ist die strategische Antwort auf diese neue Realität. Er versteht sich als Businessplan für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt – mit klaren Prioritäten, messbaren Zielen und einem strukturierten Umsetzungspfad. Inspiriert vom London Growth Plan übersetzt er internationale Best Practices in ein Modell, das auf die spezifischen Stärken und Herausforderungen Augsburgs zugeschnitten ist: industrielle Kompetenz, hohe Lebensqualität, Forschungsnähe und ein dynamischer Mittelstand.

Im Zentrum des Plans steht eine Leitfrage, die über reine Verwaltungspolitik hinausgeht:

Was ist das Augsburg des Jahres 2036?

Eine Stadt, die ihre industrielle Tradition mit neuer Innovationskraft verbindet. Eine Stadt, die Talente anzieht, Unternehmen stärkt, klimafreundliche Produktion ermöglicht und Mobilität, Infrastruktur sowie Bildung konsequent weiterentwickelt. Eine Stadt, die wirtschaftlichen Erfolg, soziale Teilhabe und ökologische Verantwortung als gemeinsame strategische Aufgabe versteht.

AUX 2036 schafft dafür den Rahmen – damit Augsburg in einer Welt, die sich neu ordnet, nicht reagiert, sondern agiert.

Leitbild

Augsburg soll sich in den nächsten zehn Jahren zu einer dynamischen, resilienten und sozial inklusiven Wirtschaftsregion entwickeln, die ihre traditionellen Stärken im produzierenden Gewerbe und Maschinenbau, sowie in der Luftfahrtindustrie hat, aber auch moderne Schwerpunkte in Digitalisierung, KI, Klimatechnologien, Med.-Tech und wissensbasierter Wertschöpfung setzt. Eine Stadt mit Innovationsorientierung und starker Kreativwirtschaft, Klima-Technologien und wissensbasierter Wertschöpfung. Ziel ist es, nachhaltiges Wachstum zu fördern, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Unternehmen gegenüber nationalen und internationalen Standorten zu stärken — ohne dabei soziale Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit zu vernachlässigen.

Als strategische Leitlinien für Augsburg sollen sechs strategische Prioritäten gelten: Innovationskraft und Gründergeist stärken, Mittelstand und Hidden Champions fördern, Fachkräfte und Bildung sichern, Mobilität und Infrastruktur verbessern, den ökologischen Wandel beschleunigen sowie Augsburg als attraktive Standortmarke sichtbar machen. Diese Prioritäten sind nicht hierarchisch, sondern miteinander verzahnt: Innovation verlangt Talente und Infrastruktur, wirtschaftliches Wachstum muss mit Klimazielen und sozialem Zusammenhalt einhergehen.

Innovationskraft entsteht aus starken Clustern, die Universität und Hochschule mit Unternehmen zusammenbringen. Der Mittelstand und die Hidden Champions werden in ihrer Modernisierung, Digitalisierung, Internationalisierung und Nachfolge unterstützt. Talente werden über Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Umschulung gesichert; internationale Fachkräfte werden aktiv gewonnen und schnell integriert. Mobilität und Flächen werden multimodal und effizient organisiert: bessere Schiene und ÖPNV-Takte, sichere Radschnellverbindungen, intelligente Logistik sowie Nachverdichtung und Revitalisierung von Gewerbeflächen. Der ökologische Wandel beschleunigt sich durch energieeffiziente Produktion, erneuerbare Energien, grüne Wärme und Kreislaufwirtschaft. Augsburg positioniert sich sichtbar als Innovationsstadt mit Tradition und bietet Investoren einen schnellen und transparenten Zugang.

Hierzu bedarf es einer Neuorganisation der Wirtschaftsförderung in der Stadt Augsburg. Die Strukturen in Wirtschaftsreferat und Regio Wirtschaft GmbH müssen neu gedacht werden. Die Verortung in der Verwaltung oder als eigenständige GmbH ist ergebnisoffen zu prüfen. Es soll zukünftig aber nur noch eine zentrale Einheit für die Wirtschaftsförderung geben, diese soll serviceorientiert und auf Augenhöhe mit Unternehmen und Wirtschaft interagieren. Anzustreben ist eine zentrale Ansprechperson für jedes Unternehmen, die die jeweiligen Problemstellungen und Fragen für die Kunden, als die Wirtschaft und Unternehmen in diesem Kontext gesehen werden müssen, löst und die Unternehmen nicht mehr nur auf verteilte Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung verweist. Die Wandlung der Verwaltung im Sinne einer Creative Bureaucracy (siehe Stadtentwicklung) ist eines der Schlüsselelemente, um solche Projekte und Strategien effizient umsetzen zu können.

Augsburg braucht eine gezielte Innovationsförderung, die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen verbindet. Kernmaßnahmen sind der Ausbau von Transferstrukturen zwischen Universität, Fachhochschule und Unternehmen, gezielte Förderprogramme für Kooperationsprojekte (z. B. Digitalisierung in der Produktion, Integration oder Entwicklung von KI, Additive Manufacturing, Energieeffizienz, Creative Co-Creation) sowie die Schaffung von Innovationsräumen und Inkubatoren. Kurzfristig sollen Pilot-Cluster identifiziert und gefördert werden; mittelfristig entstehen thematische Netzwerke, die zur Ansiedlung neuer Startups und Spin-offs führen, die speziell und zielorientiert gefördert werden sollen. Auch diese Aufgaben soll in der neu organisierten Wirtschaftsförderung verortet werden, die hierfür so umgebaut wird, dass neben der allgemeinen Zuständigkeit zunächst vier bis fünf Cluster identifiziert werden, die dann konkret betreut werden.

Zudem sollen die Augsburger Gründer- und Innovationszentren unter einem Dach und mit klarem strategischem Auftrag zusammengefasst und koordiniert werden. 

Der Mittelstand bleibt das Rückgrat der Augsburger Wirtschaft. Die Politik unterstützt technologieorientierte Modernisierung (Investitions- und Beratungsprogramme), erleichtert Digitalisierung und Markterschließung sowie Nachfolge-Lösungen für lokale Betriebe. Förderinstrumente sollten modular gestaltet sein, um kleine Handwerksbetriebe wie auch global agierende Mittelständler zu erreichen. Ein Schwerpunkt ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit: Netzwerkförderung für Export, Kooperationen mit regionalen Clustern und gezielte Messe- sowie Außenwirtschaftsunterstützung. Ein weiterer Fokus liegt auf der Fachkräftegewinnung, hierzu werden kommunale Bildungsstrategien, Welcome Center, Anwerbeprogramme für Fachkräfte aus dem In- und Ausland und eine engere Verzahnungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung etwa durch die Schaffung gemeinsamer Labor- und Testflächen oder direkter „Campus to company Pipelines“ initiiert und entwickelt.

Augsburg profitiert von seiner Lage nahe der Metropolregion München und zentral im Süddeutschen Raum; zugleich sind Pendlerströme, Flächenknappheit und Anbindungsthemen an München Herausforderungen. Die Strategie setzt auf schnelle Schaffung von zusätzlichem Wohnraum mit unserem „Wohnen First“ Ansatz und multimodale Infrastruktur: Schienenausbau, attraktive ÖPNV und Mobilitäts-Angebote, Radinfrastruktur und intelligente Logistiklösungen für die letzte Meile. Zudem priorisieren wir die Umsetzung der “Augsburg S-Bahn”.

Bei Gewerbeflächen priorisiert die Stadt Nachverdichtung, Reaktivierung brachliegender Flächen und gemischte Nutzungen, um Flächenverbrauch zu reduzieren. Wirtschaftspolitik und Klimaagenda müssen Hand in Hand gehen. Augsburg fördert energieeffiziente Produktion, lokale Energiegenossenschaften, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und Anreize für Investitionen in Ressourceneffizienz. Die Stadt kann Vorbildprojekte (Green Industrial Park, Wasserinfrastruktur) initiieren und Fördermittel für Unternehmen bündeln. 

Zeitpfad und konkrete Schritte

Jahresziele (0–12 Monate)

Einrichtung eines wirtschaftspolitischen Steuerungsgremiums mit Stadt, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Aufstellen eines konkreten Finanz- und Wirtschaftsplans. Start eines schlanken Projektbüros, das die Umsetzung koordiniert und ein öffentliches Wirkungs-Dashboard pflegt. Identifikation der ersten zwei bis drei Pilot-Cluster mit klaren Themen wie digitale Produktion, Med.-Tech., additive Fertigung oder Energieeffizienz. Erste Transferprojekte zwischen Hochschule/Universität und Unternehmen werden begonnen. Es wird ein kommunal-staatlich-privaten Wachstumsfonds initiiert mit ersten Mitteln für KMU und Startups, sowie erste Finanzierungsrunden für Modernisierungsvorhaben. Gemeinsam mit Hochschule, Universität und der städtischen Bildungslandschaft wird eine kompakte Weiterbildungsreihe zu Automatisierung, IT-Grundkompetenzen, KI und Energie-Sanierung, für die Zielgruppe Beschäftigte und Quereinsteiger im Wirtschaftsraum Augsburg entwickelt. Es wird eine zentrale “Leerstands- und Pop-up-Agentur” zur Belebung von Innenstadt und Stadtteilzentren, sowie zur Schaffung von Wohnraum eingerichtet. Zudem startet die Vorbereitung von “Worker, trainee and students Wohnungsprojekten” mit Genossenschaften, Bauwirtschaft und Unternehmen.

Beschleunigungspaket für Mobilität mit zwei priorisierten Radschnellachsen (u.a. die Nord-Süd Achse) und punktuellen ÖPNV-Taktverbesserungen. Zudem beginnen die Planungen für die Augsburg S-Bahn.

Zwei-Jahres-Ziele (12–24 Monate)

Verfestigung der Clusterarbeit in thematischen Netzwerken mit regelmäßigen Projektausschreibungen, Mentoring und Testbeds im Innovationspark und in Innenstadtnähe. In der Innenstadt entsteht ein welcome Center für ausländische und auswärtige Fachkräfte mit Beratung und Unterstützung zu Themen wie Wohnraum, Kinderbetreuung oder Anerkennung. Der kommunal-staatliche-private Wachstumsfonds geht an den Start und die neue Wirtschaftsförderungen startet, unter anderem mit der Einrichtung des One-Stop-Shops für Ansiedlungen, Genehmigungen und Unternehmensfragen. Zudem wird neben dem regional entwicklten Bildungsangebot ein “Switch-Programm” eingeführt, das Berufswechsel beispielsweise aus Handel, Bau oder Service in Produktion, Logistik und Energie-Berufe plant, vorbereitet und matched, sowie bei der Vermittlung unterstützt. Halbierung von Kerngebiets-Leerständen in ausgewählten Lagen durch Pop-up-Nutzungen, Zwischennutzungen, Mikro-Logistik und Entwicklung von Wohnformen. Start eines Kreislauf-Hubs für Baustoff-ReUse und einer regionalen Nebenproduktbörse für Industrie. Mobilitätsfortschritte durch verlässliche Pendler-Takte, bessere Verknüpfungen und erste Park-&-Ride-Standorte. Vertiefte Planung der Augsburg S-Bahn. Planungsrechtliche Sicherung von gemischten Quartieren und die Baureife für erste “Worker, Trainee and students Wohnungen”.

Fünf-Jahres-Ziele (24–60 Monate)

Augsburg etabliert sich als anerkannter Test- und Pilotstandort für Robotik, Automatisierung und grüne Industrieprozesse. Der Fonds erreicht ein spürbares Volumen, das jährlich mehrere Unternehmen modernisiert oder skaliert; sichtbare Gründungsaktivität und Spin-offs aus der Wissenschaft. Die Talentstrategie erzielt kontinuierlich wachsende Teilnehmerzahlen pro Jahr mit guter Übergangsquote in höhere Lohnbänder; regionale Ausbildung und STEM-Programme sind messbar gestärkt. Die Innenstadt und erste Stadtteilzentren gewinnen an Aufenthaltsqualität; Leerstandsquoten sinken dauerhaft. Grüne Wärme, Photovoltaik und Abwärmenutzung sind in der Industrie und in ersten Quartieren verankert; Wasserresilienz steigert Schutz vor Starkregen und Trockenperioden. Das Kreislauf-Ökosystem funktioniert operativ und senkt Ressourcenverbrauch; Unternehmen berichten über Kostenvorteile und neue Geschäftsfelder. Die Stadt präsentiert sich regelmäßig mit einem internationalen Innovations-Summit und hat ein klares Standortprofil.

Zehn-Jahres-Ziele (60–120 Monate)

Augsburg ist ein führender DACH-Standort für praxistaugliche Automatisierung und grüne Produktion. Die Bruttowertschöpfung pro Kopf und die Produktivität sind spürbar gestiegen; Beschäftigung in wissensintensiven Branchen hat zugenommen. Der Modalsplit verschiebt sich zugunsten von ÖPNV und Rad; Pendelverkehre sind besser getaktet und verlässlicher. Die Augsburg S-Bahn fährt. Die Stadt erreicht ihre Klimapfade in Industrie, Gebäuden und Mobilität; Wasser- und Flächensysteme sind resilient. Das kulturelle und touristische Angebot stützt die Marke der Stadt, die wirtschaftliche Diversifizierung ist sichtbar, und die soziale Teilhabe bleibt ein durchgängiges Prinzip.

Governance und Umsetzung
Das Steuerungsgremium mit Vertretern aus Kommune, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft trifft quartalsweise Entscheidungen und sorgt für Transparenz über Ziele, Budgets und Wirkung. Kleine, fachliche Umsetzungsteams treiben je Schwerpunkt Projekte voran und berichten in kurzen Zyklen. Öffentliche Beschaffung und Genehmigungen werden auf Geschwindigkeit und Innovationstauglichkeit überprüft; der One-Stop-Shop reduziert Durchlaufzeiten für Investoren, Gründer und Modernisierer. Die operative Abwicklung liegt in der neu geschaffenen Wirtschaftsförderung

Finanzierung
Die Strategie kombiniert städtische Mittel mit Landes-, Bundes- und EU-Förderprogrammen sowie privatem Kapital. Der Wachstumsfonds nutzt Mischformen aus Darlehen, Beteiligungen und Mezzanine-Finanzierungen. Energie-, Wärme- und Kreislaufprojekte werden über Contracting und Beteiligungsmodelle getragen. Forschungsprojekte mit Partnern aus der Wissenschaft sind anzustreben. Ebenfalls die Nutzung der vom Bundesgestzgeber mit dem “Reallabor-Gesetz”, geschaffenen Tätigkeiten. 

Wirkungsmessung
Ein öffentliches Dashboard macht Fortschritt sichtbar. Es berichtet über Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, neu gegründete Startups, Investitionsvolumen, Exportanteile und Beschäftigungsentwicklung. Es zeigt Ausbildungs- und Weiterbildungszahlen, Übergangsquoten, internationale Fachkräfte, CO₂-Reduktion, Energie- und Wasserkennzahlen, Modalsplit, Leerstände sowie Genehmigungs- und Projektlaufzeiten. Die Kennzahlen werden jährlich evaluiert und Maßnahmen angepasst.

Standortprofil
Augsburg verbindet Produktionskompetenz, Wasser- und Energietechnologien, angewandte Digitalisierung und eine lebendige Kultur. Die Stadt setzt auf kurze Wege, verlässliche Partnerschaften und eine klare, bodenständige Umsetzung. So entsteht ein Wirtschaftsort mit Haltung: innovationsstark, sozial fair und ökologisch verantwortlich.

FAQs zu AUX 2036 – Der Businessplan für die Stadt

AUX 2036 ist ein Businessplan für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt, der Innovation, Industrie-Modernisierung, Fachkräfte, Mobilität und Klimawandel-Resilienz in einem messbaren Umsetzungspfad zusammenführt.

Warum braucht Augsburg so einen Plan gerade jetzt?
Weil die Grundlagen von Wohlstand nicht mehr automatisch funktionieren. Technologische Sprünge, Energie- und Klimarisiken, Digitalisierung, KI, Fachkräftemangel und veränderte Weltmärkte treffen Städte direkt. Ohne strategische Prioritäten und schnelle Umsetzung entsteht Stillstand, und Stillstand ist im globalen wie im nationalen Wettbewerb ein Rückschritt.

Was bedeutet „inspiriert vom London Growth Plan“?
Es bedeutet nicht, London zu kopieren, sondern von einer erprobten Logik zu lernen: Städte können Wachstum und Resilienz stärken, wenn sie Innovationskraft, Talente, Infrastruktur, Standortmarketing und Governance als ein zusammenhängendes System gestalten. Augsburg überträgt dieses Prinzip auf seine eigene Struktur, seine Stärken und seine konkreten Herausforderungen.

Ist das nicht nur ein schönes Papier?
Der Plan ist bewusst als Umsetzungsprogramm aufgebaut. Er nennt nicht nur Ziele, sondern auch einen Zeitpfad, Governance, Finanzierungsmix und Wirkungskennzahlen. Das öffentliche Wirkungsdashboard sorgt dafür, dass Fortschritt sichtbar wird und Maßnahmen nachjustiert werden müssen, wenn sie nicht wirken.

Was heißt „Businessplan“ für eine Stadt?
Es heißt, die Entwicklung einer Stadt wie ein Projekt mit klarer Verantwortung, messbaren Zielen, Zeitplan und Ressourcen zu denken und umzusetzen. Es geht um Investitionsbedingungen, Fachkräfte, Flächen, Wohnen, Mobilität, Infrastruktur, Genehmigungen und Innovationsökosysteme – also um die praktischen Voraussetzungen, damit Menschen dort gut leben und sich wohlfühlen und  Unternehmen modernisieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen können.

Was ist das Zielbild „Augsburg 2036“?
Augsburg 2036 steht für eine Stadt, die ihre Industrie technologisch erneuert und zugleich neue Wachstumsfelder entwickelt. Es ist ein Augsburg, das Talente gewinnt, klimafreundliche Produktion ermöglicht, Mobilität verbessert, Innenstadt und Quartiere entwickelt und belebt und dabei sozialen Zusammenhalt und ökologische Verantwortung als Grundprinzip behält.

Wie profitieren Bürgerinnen und Bürger konkret?
Durch sichere und besser bezahlte Arbeitsplätze und mehr Wohnraum, durch Weiterbildung und neue Qualifizierungswege, durch eine Mobilität, die verlässlicher und sicherer wird, durch eine Innenstadt mit weniger Leerstand und mehr Nutzungsmischung, durch bessere Klimaanpassung und durch eine Verwaltung, die schneller und serviceorientierter funktioniert.

Was ist neu an der Wirtschaftsförderung?
Neu ist die Idee einer zentralen, serviceorientierten Einheit, die Unternehmen nicht durch Zuständigkeiten schickt, sondern Vorgänge aktiv löst. Ein One-Stop-Shop reduziert Reibungsverluste, und eine feste Ansprechperson pro Unternehmen sorgt dafür, dass Investitionen, Genehmigungen, Fördermittel und Innovationskontakte schneller zusammenkommen.

Warum sind Cluster so wichtig – und was ist damit gemeint?
Cluster bedeuten, dass Unternehmen, Wissenschaft und Talente in ausgewählten Zukunftsfeldern systematisch zusammenarbeiten, statt nebeneinanderher zu arbeiten. Das beschleunigt Transfer, erhöht Innovationsrate und stärkt Ansiedlung sowie Gründungen. Der Plan startet mit Pilot-Clustern und baut diese zu mehreren priorisierten Feldern mit klarer Betreuung aus.

Wird der Mittelstand dabei übersehen?
Im Gegenteil: Der Mittelstand ist explizit Rückgrat der Strategie. Modernisierung, Digitalisierung, Internationalisierung und Nachfolgefragen sind zentrale Bausteine. Ziel ist, dass kleine Betriebe ebenso profitieren wie Hidden Champions, indem Förder- und Beratungsinstrumente modular und zugänglich gestaltet werden.

Wie will Augsburg mehr Fachkräfte gewinnen?
Durch eine Kombination aus stärkerern regionalen Ausbildungskonzepten,Förderung des Wissenschaftsstandort, praxisnaher Weiterbildung, Umschulung und internationaler Rekrutierung. Das Welcome Center soll Integration beschleunigen, und das Switch-Programm soll Berufswechsel in Zukunftsbereiche planbar und vermittelbar machen.

Wie passt Klimaschutz zur Wirtschaft?
Klimaschutz wird als Wettbewerbsfaktor verstanden. Energieeffiziente Produktion, erneuerbare Energien, grüne Wärme, Abwärmenutzung, Kreislaufwirtschaft und Wasserresilienz senken Kosten, reduzieren Risiken und schaffen neue Märkte. Der ökologische Wandel ist damit Teil wirtschaftlicher Stärke, nicht ihr Gegner.

Wer bezahlt das?
Der Plan setzt auf einen Finanzierungsmix aus städtischen Mitteln, Förderprogrammen von Land, Bund und EU sowie privatem Kapital. Der Wachstumsfonds arbeitet mit Mischformen wie Darlehen, Beteiligungen und Mezzanine, während Energie- und Wärmeprojekte über Contracting und Beteiligungsmodelle getragen werden können.

Wie wird verhindert, dass das Ganze in Bürokratie stecken bleibt?
Durch Governance, die Entscheidung und Umsetzung trennt, kleine Umsetzungsteams mit kurzen Zyklen einsetzt und Prozesse auf Geschwindigkeit überprüft. Der One-Stop-Shop und eine Kultur der „Creative Bureaucracy“ sollen Genehmigungen und Beschaffung innovations- und umsetzungstauglich machen.

Warum ist das Teil eures Wahlprogramms 2026?
Weil die wirtschaftliche Zukunft Augsburgs die Grundlage für Handlungsspielräume in allen anderen Bereichen ist. AUX 2036 ist deshalb ein zentrales Projekt unseres Kommunalwahlprogramms: Er steht für eine Politik, die Zukunft baut, statt sie zu verwalten.

Weitere Projekte

Augsburg S Bahn. Schnelle Schienenanbindung für Klinik, Stadt und Region

Der Neubau des Universitätsklinikums ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region. Damit Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten,...

Neue Nord Süd Achse für den Radverkehr. Sicher und durchgängig durch die Innenst...

Wir schaffen eine durchgängige, komfortable und sichere Radverbindung vom Theodor Heuss Platz bis zur Wertachbrücke mitten durch die Innenstadt. Diese...

Umgestaltung der Maximilianstraße. Ein Boulevard für Augsburg

Die nördliche Maximilianstraße ist eine der zentralen Achsen Augsburgs. Wir wollen sie nach dem Vorbild des Rothschild Boulevard in Tel Aviv zu einem...